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VERKEHRSOPFER GEDENKTAG

Womit wir beim Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer wären, der seit 1993 am 3. Sonntag im November begangen wird, seit 2005 unterstützt von UN und WHO. Also an diesem Sonntag. Mehr als 1,3 Millionen vermeidbarer Toter pro Jahr weltweit wird an diesem Tag gedacht. Zahlen wie aus einem großen Krieg. In Berlin waren es zuletzt 45, in Brandenburg 143, bundesweit knapp 3300, davon mehr als 1000 wegen unangepasster Geschwindigkeit.

Wer dieser Toten gedenkt, landet zwangsläufig beim Tempolimit auf der Autobahn, gegen das es außer Andreas Scheuers Agenda und Christian Lindners Porsche kein rationales Argument gibt. Die je nach Berechnung 1,5 bis 5 Millionen Tonnen vermiedenes CO2 pro Jahr bei Tempo 130 auf deutschen Autobahnen retten das Weltklima nicht, aber wären einer der billigsten Beiträge dazu. Der dürfte perspektivisch noch steigen, wenn Autos nicht mehr für komfortables Rasen jenseits von 200 km/h ausgelegt sein müssten. Entsprechend angepasste Motoren, Räder, Dämmung – schwups, wären 150 Kilo Speck und ein-zwei Liter Spritverbrauch weg.

Volvo regelt seine Autos künftig bei Tempo 180 ab, begründet das mit Vernunft und denkt in Wahrheit vermutlich an die Reichweite, die bei hemmungsloser Raserei mit einer zunehmend elektrisierten Flotte zum Problem wird. In den Niederlanden hat die Regierung gerade Tempo 100 auf Autobahnen zwischen 6 und 19 Uhr beschlossen, um die Luftverschmutzung zu verringern. Ein rigoroser Schritt, aber auch eine beachtenswerte Alternative zur deutschen Variante, dass ein Verein jede Stadt einzeln verklagt und die EU-Kommission das ganze Land.