Das Bezirksamt hat Gespräche mit den Parkhäusern im Zeisehof, am Altonaer Bahnhof und in der Schillerstraße geführt. „Dort gibt es Parkplätze für 75 bis 85 Euro pro Monat“, sagt Bauamts-Sachbearbeiterin Flavia Suter. Ob diese Möglichkeit von den Betroffenen genutzt wird, ist unklar. Neben den Kosten dürfte auch die Lage wichtig sein. Das Parkhaus Schillerstraße liegt östlich vom Bahnhof. Wer dort parkt, hat einen längeren Fußweg vor sich.

Nur wenige Anwohner in Ottensen haben ein eigenes Auto

Tatsache ist, dass in Ottensen eine ziemlich niedrige Autodichte herrscht – wenn man nur die Bewohner berücksichtigt. „Nur 27 Prozent von ihnen haben ein Auto“, sagt Johannes Gerdelmann. Dass die Ottenser Hauptstraße und die Bahrenfelder Straße dennoch ständig vollgeparkt sind, liegt nicht an den Anwohnern, sondern an der Kundschaft der Restaurants und Geschäfte. Sie müssen künftig ebenfalls draußenbleiben. Auch Taxifahrten sind in der autofreien Zone nicht erlaubt. Dasselbe gilt für Essenlieferanten, Kurier- und Paketdienste.

„Wir werden Pick-up-Points an den Eingängen der Zone anlegen“, sagt Flavia Suter. Mit anderen Worten: Kunden müssen einen kleinen Weg zu Fuß zurücklegen, um zum Taxi oder vom Taxi nach Hause zu kommen, Paket- und Pizzaboten ebenfalls. Schwerbehinderte behalten selbstverständlich ihre Behindertenparkplätze, soweit sie ihnen persönlich zugeordnet sind. Die anderen Behindertenparkplätze sollen an den Anfang der Zone verlegt werden.

Eine Absperrung mit Schranke wird es nicht geben

Eine Absperrung des autofreien Gebiets etwa mit einer Schranke wird es nicht geben. Das ist schon allein deshalb schwierig, weil der Notarzt natürlich weiterhin vorfahren können muss und das auch ohne Zeitverzögerung tun soll. Geplant ist, am Anfang der Zone Schilder und Sitzgelegenheiten aufzustellen, die den Autofahrern signalisiert: Hier beginnt etwas, bei dem ich mich herauszuhalten habe. Wer dennoch hineinfährt, riskiert ein Bußgeld.

Ganz autofrei werden die Straßen dennoch nicht sein. Natürlich gibt es einen Lieferverkehr, von 23 bis 11 Uhr ist er erlaubt. Möglicherweise gibt es für einige Läden Sonderregelungen. Wie soll etwa der Fleurop-Lieferdienst des Blumengeschäfts funktionieren? Wie kommen die Medikamente zur Apotheke? Das sind Detailfragen, die Flavia Suter gerade stark beschäftigen.

Zum Start ein Nachbarschaftsessen – auf der Straße

Am Ende all dieser Dinge liegt – eine autofreie Straße. Eine Straße für Fußgänger. Das Radfahren ist zwar erlaubt – auch das ist ein Unterschied zu herkömmlichen Fußgängerzonen. Flavia Suter sagt aber: „Allerdings sollte nicht gerast werden. Unsere Empfehlung lautet: Schrittgeschwindigkeit.“ Denn das neugewonnene Terrain – die Straße und die Parkbuchten – ist zum Leben da.

Mit einem großen Nachbarschaftsessen auf der Straße soll das Experiment im September starten. Die Bürgersteige, das Kopfsteinpflaster – das bleibt erst einmal so. Eine Spielfläche entsteht. Wer sie bespielt und womit er das tut, wird sich zeigen. „Wir wünschen uns viele Ideen von den Ottenser Vereinen und von den Anwohnern“, sagt Suter. Bürger erobern die Straße: Auch das könnte das Motto des Ottenser Experiments sein.

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