keine Nachricht der vergangenen Woche hat unsere Leserschaft so sehr bewegt wie jene zu dem tödlich verunglückten Fahrradfahrer in Wandsbek: Ein Müllwagen hatte den 76-Jährigen beim Rechtsabbiegen übersehen. Womit beinahe alles gesagt scheint, wir kennen diese Geschichten und wir kennen ihren Ausgang, leider, denn solche Unfälle passieren immer wieder. Aber natürlich ist nicht alles gesagt, ganz und gar nicht.

Wir müssen reden, zum Beispiel darüber, warum offenbar so viele Menschen in dieser Stadt aus Angst das Radfahren meiden. »Als Radfahrerin stehe ich am Ende der Nahrungskette«, schrieb uns eine Leserin. Ich kann mir vorstellen, was sie meint: Radfahrer sind verletzlich und geraten immer wieder in gefährliche Situationen, die oft aus einer geradezu absurden Verkehrsführung heraus entstehen: Da enden Radwege abrupt, der Weg auf die Straße wird aber von einer langen Reihe parkender Autos blockiert. Da stehen plötzlich Poller herum, die Radwege begrenzen sollen, aber in der Dunkelheit kaum zu erkennen sind. Da sind Lieferwagenfahrer, die ihre Waren auf dem Radweg entladen, da sind unübersichtliche Kreuzungen, die zum Verwirrspiel geraten.

Ich weiß, dass es bei diesem Thema verlockend sein kann, auf »die« Radfahrer und »die« Autofahrer zu schimpfen. Schon klar: Für die Sicherheit im Straßenverkehr sind auch wir selbst verantwortlich, und es gibt leider einige Leute, die Verkehrsregeln für nett gemeinte Tipps halten. Das vorweggeschickt, würde mich dennoch interessieren: Wo genau in der Stadt empfinden Sie das Radfahren als besonders gefährlich? Wo ist die Verkehrsführung besonders verwirrend, wo könnte die Stadt aus Ihrer Sicht nachbessern? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen, schicken Sie uns gern auch Bilder. Wäre doch schön, wenn es uns gelingen würde, die ganze Debatte ein wenig zu versachlichen.

Ihre Annika Lasarzik

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